Die Umsetzung der Angebote des Projektes lässt sich in verschiedene Phasen oder Bereiche einteilen. Diese sind wie folgt zu beschreiben:
Kontaktherstellung
Der Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen kann auf verschiedenen Wegen hergestellt werden.
1. Vermittlung durch die Polizei und die Jugendgerichtshilfe
2. Aufsuchen von Gruppen von Kindern und Jugendlichen an ihren Treffpunkten
3. Betreuung von Kinder und Jugendlichen, die die offenen Sportangebote nutzen.
Kontaktpflege / Angebote an Treffpunkten
regelmäßige und dichte Präsenz an Trefforten
Um einmal entstandene Kontakte nicht wieder zu gefährden, muss es zu einer regelmäßigen und dichten Präsenz des/der betreffenden Sozialarbeiters/in an den Trefforten der Kinder und Jugendlichen kommen. Diese Präsenz darf jedoch nicht in tägliche, unerwünschte oder erdrückende Gegenwart in den „Räumen“ der Kinder und Jugendlichen münden, sofern dies nicht anders gewünscht und legitimiert wird.
Gesprächsangebote zur Erfassung von „Gemüts-„ und Problemlagen, Wünschen und Bedürfnissen
In diesem Zusammenhang muss es zu einer sensiblen Gesprächsführung durch den/die Projektmitarbeiter/in kommen, die den Kindern und Jugendlichen einerseits ein authentisches Interesse und damit eine grundsätzliche Akzeptanz vermittelt. Zum anderen müssen Bedürfnis- und Konfliktlagen, die die Kinder und Jugendlichen mitunter selbst gar nicht als solche empfinden, erkannt werden, damit eigene Angebote darauf frühzeitig eingestellt werden können.
Unterbreitung kurzfristiger Sportangebote direkt am Treffpunkt
Bisherige Untersuchungen haben gezeigt, dass sich besonders Kinder und Jugendliche mit Problemen sehr gut mit und durch den Sport integrieren lassen. Daher wird der Kontakt zu den Jugendlichen vorrangig durch das Medium Sport versucht herzustellen. Der Projektmitarbeiter unterbreitet den Jugendlichen an ihren Trefforten sportliche Angebote (vorrangig nach der Methode „Straßenfußball“, Skaten oder BMX-Fahren, Unihockey), die je nach Art des Treffpunkts direkt vor Ort oder in dessen Nähe durchgeführt werden können.
Mit Straßenfußball als Spielform soll die Selbstorganisation der Kinder und Jugendlichen gestärkt werden. Der Projektmitarbeiter unterstützt die Jugendlichen beim Aufbau der Spielstrukturen. Darüber hinaus werden sie angehalten und dabei unterstützt im Rahmen des Projektes Eigenverantwortung zu übernehmen.
Weitergabe von Informationen, die in spezifischen Angelegenheiten (Anfragen, Konflikte,... etc.) relevant sind
Mitunter besteht die Rolle des/der Projektmitarbeiters/in lediglich in der Vermittlung von Informationen, mit denen Kinder und Jugendliche dann selbst handeln. Dann kann es sein, dass die Entfaltung komplexerer Beratungsbeziehungen nicht notwendig ist.
Regulierung von Konflikten vor Ort (sofern möglich)
Die Möglichkeit zur schnellen bzw. „zeitnahen“ Intervention in akuten Krisensituationen über die Präsenz an den zielgruppenrelevanten Orten bezeichnet einen Vorteil der aufsuchenden Jugendarbeit.
Einstieg in Beratungsabläufe / Erstkontakte
Verbindlichkeiten und Termine etc. werden in der Regel nicht auf der Straße realisiert, aber dort vereinbart. Diese Vereinbarungen sind natürlich erst dann möglich, wenn in der für die Jugendlichen im ersten Moment geschützten Umgebung „ihrer Areale“ Bedürfnisse und ggf. Beratungsanliegen angedeutet werden.
Aktivitäten / Angebote an anderen Orten
Vermittlung in spezialisierte Beratungssysteme
Sofern die Bedürfnislagen es erfordern, muss in spezialisierte und mitunter kompetentere Beratungs- oder Hilfesysteme vermittelt werden. Dies sollte bei Problemlagen der Fall sein, die die Qualifikationen und Kompetenzen des/der Projektmitarbeiters/in oder deren zeitliche Ressourcen überschreiten.
Begleitung bei Gängen in Behörden, Beratungseinrichtungen, zu Vernehmungen, Verhandlungen
Mittlerweile ist von dem grundsätzlichen Erfahrungswert auszugehen, dass selbst bei übereinstimmenden Vorstellungen zum möglichen Umgang mit Problemlagen oder Bedürfnissen Kinder und Jugendliche oft nicht selbst aktiv werden und die ersten notwendigen Schritte unternehmen. Hinzu kommt die Erfahrung, dass Kinder und Jugendliche in Einrichtungen, die sie dann vielleicht aufsuchen müssten, nicht immer akzeptiert und gleichberechtigt behandelt werden. Bei „Begleitung“ geht es um die Umsetzung einer Motivations- und Schutzfunktion.
Vermittlung in Sportvereine
Die vielfältige und gut organisierte Sportlandschaft an den Kick-Standorten ermöglicht es, Jugendliche in Sportvereine je nach Interessenlage zu integrieren bzw. gemeinsame Angebote in Kooperation des Projekts mit den Sportvereinen anzubieten.
Organisation, Durchführung und Begleitung von sportlichen Aktivitäten
mit kontinuierlichen oder Höhepunktcharakter (offene Hallenzeiten – vorrangig nach der Methode „Straßenfußball“, Turniere in verschiedenen Sportarten, „Havelländische Präventionstage“)
Durchführung von Bildungsveranstaltungen
Von den Projektmitarbeitern werden gemeinsam mit der Brandenburgischen Sportjugend Anti – Gewalt – Seminare, Teamerschulungen (inkl. Konfliktmanagement) und Schulungen im Bereich Rechtsextremismus durchgeführt. Die Jugendlichen werden mit dem Thema Gewalt konfrontiert. Sie sollen Methoden erlernen, um Konfliktsituationen gewaltfrei zu bewältigen bzw. demokratische Grundeinstellungen vermittelt bekommen.
Organisation und Durchführung des „CAMP 4 U“ (jährlich)
Nunmehr zum sechsten Mal findet im Sommer 2008 das gemeinsam mit der Polizei, der Brandenburgischen Sportjugend und anderen Trägern organisierte Präventionscamp „Camp 4 U“ im Havelland statt. Aufgrund der guten Resonanz von etwa 250 Kinder- und Jugendlichen sowie der guten Zusammenarbeit mit dem Schutzbereich Havelland gilt es die Erfolge der vergangenen Jahre zu sichern und weiter auszubauen. Hier werden die Projekte der Brandenburgischen Sportjugend vernetzt und seitens der Träger der Veranstaltung konkrete Angebote unterbreitet. Neben den sportlichen Angeboten (Straßenfußball, Beachvolleyball) wird es 2008, gemeinsam mit Beratungsnetzwerken, auch Bildungsangebote (Workshops, Rollenspiele) geben, die sich mit den Themen Gewalt, Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit befassen.
Offene Trendsportangebote
Der ursprüngliche, in Berlin entwickelte Ansatz von sportorientierten Jugendclubs als Grundlage des „Kick-Projektes“, wird definitiv aufgegriffen. Die offenen Trendsport- und Beratungebote an den jeweiligen Standorten (Rathenow "Madhouse" Brandenburg an der Havel "Bürgerhaus Hohenstücken", Cottbus "Jiu Jitsu Karate Zentrum/Straßenfußball", Elbe Elster "Jugendhaus Regenbogen") bilden den wesentlichen Projektschwerpunkt bei der Arbeit mit den Kinder und Jugendlichen. Vor allem am Wochenende, soll das offene Trendsportangebot eine alternative Freizeitgestaltung erlauben. Hierbei unterstützen auch die vor allem in Brandenburg an der Havel geschaffenen offenen Jugendtreffs "Endhaltestelle" und "Waldi", die einen mittlerweile wichtigen Anlaufpunkt für die trendsportinteressierten Jugendlichen bieten.
Vernetzung mit anderen örtlichen Akteuren und Trägern der Jugendarbeit
Eine Aufgabe der Projektmitarbeiter sind die Vernetzung der vorhandenen Angebote sowie deren Ergänzung um den Bereich Bewegung und Sport. Durch diese Arbeit werden für Jugendliche zusätzliche Angebote geschaffen, die schon bestehende Aktivitäten sinnvoll ergänzen. Gemeinsam mit Feuerwehr, Schule, Jugendclub etc. werden so ortsteil- und institutionsübergreifende Aktionen geschaffen, die in der bisherigen Form nicht existieren. Regelmäßige übergreifende Sportangebote tragen so zur Vernetzung sowie zum Austausch der Träger bei. Des Weiteren wird der Austausch zwischen ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitern, Übungsleitern, Trainern und Jugendwarten von Sportvereinen und weiteren Einrichtungen des Sports und Jugend(sozial)arbeiter und –pädagogen von anderen Trägern der Jugendhilfe, z.B. Jugendclubs und -häuser, Jugendinitiativen sowie die Zusammenarbeit mit Schulen, Kindertagesstätten und Horten verstärkt.
Gremienarbeit
Mitarbeit in lokalen / regionalen Gremien
Mitarbeit in überregionalen Gremien
Öffentlichkeitsarbeit
Die Öffentlichkeitsarbeit beinhaltet unter anderem das Agieren in folgenden Zusammenhängen:
- Darstellung, Erläuterung und Vertretung von Lebenswelten sowie Interessen- und Bedürfnislagen von Kindern und Jugendlichen
Information über Angebote und Aktivitäten