
Vollen Einsatz an den Netzen zeigten die elf Spätaussiedler- und einheimischen Volleyballteams aus dem Land Brandenburg und Berlin während des dritten Integrationsturniers in der Sporthalle des Luckauer Bohnstedt-Gymnasiums.
„Dieses Turnier ist eine Institution für die Zukunft“, erklärte Schirmherr Bürgermeister Harry Müller zur Eröffnung. Die sportliche Begegnung trage zum gegenseitigen Kennenlernen bei und schaffe durch die sportliche Leistung zudem Hochachtung und Anerkennung der Mannschaften untereinander. „Zeigen Sie, dass Sie angenehme Zeitgenossen sind, die hier in Deutschland ihr Leben erfolgreich organisieren“, forderte das Stadtoberhaupt die überwiegend aus Spätaussiedlern bestehenden Teams auf.
Carsten Saß, Dezernent für Bildung, Kultur, Jugend und Sport des Landkreises Dahme-Spreewald, drückte dem Luckauer Arbeitslosenzentrum seine Anerkennung für das kontinuierliche Engagement bei der Organisation dieses im Landkreis einmaligen Turniers aus. „Sie haben Durchhaltevermögen bewiesen, das es auch in der Zukunft fortzusetzen gilt“, so Saß.
Es gebe im Land Brandenburg zahlreiche Volleyballteams mit einheimischen Sportlern und Spätaussiedlern, die diesen Sport ebenso leidenschaftlich betrieben. Diesen sportliche Begegnungen zu ermöglichen, sei das Anliegen des Turniers, denn „Sport spricht alle Sprachen“, erläuterte Larissa Markus, Koordinatorin des Projektes „Integration durch Sport“ beim Landessportbund.
In Luckau hat Nadjeshda Kunstmann beim SC Einheit mit zwölf Spätaussiedlern eine Volleyballmannschaft aufgebaut. Viele der Sportler engagieren sich zudem in der Arbeitslosen-Service-Einrichtung und der Freiwilligenagentur in Luckau. „Wir fahren in der Region oft zu Turnieren und so entstand die Idee, ein solches in Luckau zu veranstalten“, erzählte die aus Krasnojarsk stammende Lehrerin, die dort bereits aktive Volleyballerin war. „Auf diese Weise trafen sich die Interessen. Wir organisierten im Jahr 2006 gemeinsam das erste Intergrationsturnier“, berichtete Roland Kerzmar, Leiter der Arbeitslosen-Service-Einrichtung. Mit Unterstützung von Sponsoren und des Landkreises Dahme-Spreewald erlebe es als einziges landesweites Turnier inzwischen seine dritte Auflage, fügte er an.
Erster Schritt zu neuen Kontakten
Solche sportlichen Begegnungen seien immer ein erster Schritt, um miteinander in Kontakt zu kommen, sagte Andreas Tissen vom Team „Christliches Jugenddorf Berlin“ (CJD), das erstmals in Luckau dabei war. „Im Laufe der Zeit entwickeln sich daraus Sportfreundschaften. Außerdem kommen wir aus dem üblichen Umfeld heraus, lernen andere Städte kennen, beispielsweise Rostock und Montabaur“, so der 22-jährige Spätaussiedler, der aus Tadshikistan stammt.
Auch für Jewgeni Eret, der im seit drei Jahren bestehenden Spätaussiedler-Team „Diakonie Lübben“ mitspielt, sind die Begegnungen wichtig, „um immer wieder neue Leute kennenzulernen. Der Wettbewerb mit den anderen Mannschaften macht Spaß“, so der 20-Jährige. Nach Potsdam, Berlin und Dresden, ebenso nach Sedlitz und Wittenberge seien sie schon zu Turnieren gefahren, sagte er.
Team für Turnier gegründet
Speziell für das Turnier habe die „Junge Union“ des Landkreises ein deutsches Volleyballteam zusammen gestellt, berichtete Christian Möbus. „Wir sind zwar nicht so routiniert wie die Spätaussiedler-Teams, aber trotzdem in diesem Jahr zum zweiten Mal dabei. Schade nur, dass heute die Aussiedlermannschaften fast unter sich sind“, sagte der 24-Jährige.
Zum Thema Die Besten des Turniers
Gewinner des Integrationsturniers in Luckau wurde die Mannschaft des Turnvereins Cottbus, gefolgt vom CJD Berlin und dem Volleyballteam aus Finsterwalde.