Brandenburg an der Havel stand am 15. und 16.06. 2007 ganz im Zeichen des Sports. Mit dem Havelfest der Stadt Brandenburg kam das „Festival des Sports“ nach 4 Jahren wieder in die Inselstadt.
So war es ausgesprochen willkommen, den LBS-Cup in diesem Jahr in Brandenburg gerade in diesen Tagen auszutragen. Beim Festival war auch die Sportjugend an den Veranstaltungen präsent - sämtliche Hüpfburgen, Kletterwände und sonstigen Sport und Socceranlagen waren in Brandenburg an der Havel.
Im Vorfeld wurde jedoch die Freude auf das Turnier durch Wettervorhersagen getrübt, die für den LBS Cup ähnlich in diesem Jahr auch in Potsdam Wetterkapriolen, Tornados und Regenfälle vorhersagten. Aber es zeigte sich abermals, dass Gott ein Straßenfußballer ist- Das Wetter war während des gesamten ersten Tages ausgezeichnet.
Das Turnier in Brandenburg wurde gerade durch das Vorstandsmitglied der Brandenburgischen Sportjugend Heiko Kohl gegen 17 Uhr eröffnet, da erschien am Horizont des Brandenburger Nicolaiplatz` der Ministerpräsident des Landes Brandenburg, Matthias Platzeck, umrahmt von Bodyguards und Polizisten. Platzeck war auf die Einladung der Brandenburger Bürgermeisterin Dr. Dietlind Tiemann hin auch zum Straßenfußballturnier gekommen, nachdem er bereits kurz zuvor das Havelfest der Stadt Brandenburg eröffnete.
Bei seinem Grußwort beim Turnier wies Platzeck auf die Einzigartigkeit des Projektes „Straßenfußball für Toleranz“ hin und hob den Stellenwert für das gesellschaftliche Leben hervor. „Straßenfußball ist eine tolle Sache, mittlerweile kennt jeder die Regeln, und es macht Spaß, die Idee wachsen zu sehen. Doch genug der langen Worte, nun sollen Spiele folgen “ so Platzeck, bevor er das Turnier mit dem symbolischen Balleinwurf zum Turnierbeginn einläutete.
Brandenburg ist seit Beginn der nunmehr 7-jährigen Straßenfußballgeschichte traditionell Austragungsort der Straßenfußballserie European Goals und LBS Cup. Eng mit dem Standort des Straßenfußballs verbunden, ist die Entwicklung des „Kick-Straßenfußball-Integration“ Projektes in Brandenburg. Projektkoordinator Knut Lißner dazu: „Durch die enge Netzwerkarbeit mit Verwaltung, Jugendamt „Streetwork“, der Jugendgerichtshilfe, Polizei, Ausländerbeauftragten ist es gelungen, in einzigartigem Maße die Interessen so zu bündeln, dass nicht nur die Netzwerkarbeit untereinander verbessert wird, sondern das damit vielmehr Jugendliche zu binden, zu erreichen und auch zu bewegen sind.“ Das „Kick – Projekt“ baut in Sachen Straßenfußball da vor allem auf die Zusammenarbeit mit dem Jugendclub „ClubAmTurm“ und „KiJu“ und „Blue Tower“, die oftmals in ihren „Alltag“ Angebote aus dem Straßenfußball umsetzen und vermitteln.
Der LBS-Cup in Brandenburg vermittelt wie kaum ein anderer die Zusammenarbeit mit örtlichen Projekten und Institutionen. Das Rahmenprogramm wird durchgehend begleitet von BMX-Fahrern, die neben dem Hauptschauplatz auf dem Nikolaiplatz den Teilnehmern und Zuschauern BMX-Stunts auf zwei Rampen präsentieren. Nach weiteren Runden Straßenfußball konnte auch die örtliche HipHop Gruppe "4.Stock" ihre musikalische Botschaft „Wir sind Brandenburg“ unter den Beifallrufen der Spieler bekunden. Auch der Jugendclub „CaT“ war während des Turniers mit einem Informationsstand präsent.
44 Teams waren es in Brandenburg an der Havel dieses Jahr beim LBS-Cup, eine Zahl, die auch LBS Sponsorenvertreter Dr. Uwe Krink mehr als zufrieden stellte. „Es ist schön anzusehen, was in Brandenburg aufgebaut wurde und 44 Teams sind in diesem Jahr auch Rekord. Ich denke, nächstes Jahr ist Brandenburg wieder dabei.“ Unter den Teams waren 28 gemischte Teams, also sowohl mit Jungen als auch Mädchen. Bei der Altersklasse bis 14 Jahre setzte sich das Team Streetkickers durch, welche die Teams `Fair Play 2´ sowie die Totenkopfkicker auf die weiteren Podestplätze verdrängten.
Neben dem Hauptturnier konnten sich die Teilnehmer auch wieder in zahlreichen Rahmenwettbewerben auszeichnen. Beim Karacho Tacho war bei den Mädchen Franziska Dorn mit erstaunlichen 109 KM/H Sieger, bei den Jungen war Danilo Meyers Schuss mit 112 KM/H das Maß aller Dinge. Dies ist bei der bisherigen LBS Cup Serie Rekord. Bei der klassischen Torwand war Antje Hom mit 2 Treffern bei den Mädchen erfolgreich, Erik Weber traf gar viermal und holte sich damit ebenfalls den Pokal. Erstmals auch beim LBS Cup dabei, das Teamjonglieren, wobei nur die Ballberührung nach einem Zuspiel von einem Teampartner gezählt wird. 132 Ballberührungen wurden unsanft durch ein Fahrrad gestoppt, ansonsten würden Tuul Khagua und Erik Weber wohl noch heute jonglieren.
In der Altersklasse ab 15 war unter den 38 Startern Real Brandenburg während des gesamten Turniers nicht zu schlagen, womit sie den Turniersieg feierten. Zweiter wurden die Blue Devils, Bronze holte die SpVgg Joga Bonito.
Bei dem Turnier in Brandenburg waren natürlich auch wieder die Traditionsteams dabei, die teilweise enorme Wege während eines LBS-Cup Jahres reisen. Unter Anderen waren auch wieder die Teams aus Luckenwalde, Zossen oder Potsdam dabei. So Christian von den Wünsdorfer Zicken: „Ach, das gehört dazu, und es ist immer wieder ein Highlight“. Brandenburg jedenfalls, tut dem auch 2007 keinesfalls einen Abbruch…